Ausstellung der Internationalen Tage Lyonel Feininger / Alfred Kubin - Eine Künstlerfreundschaft

Künstler und Seelenverwandte

Am Samstag, 27. Juni 2015, trafen sich 14 Kunstinteressierte aus dem Turngau Bingen im alten Rathaus in Ingelheim zur zur Ausstellung der Internationalen Tage Lyonel Feininger / Alfred Kubin - Eine Künstlerfreundschaft. Ausstellung 1.

Beginnend mit frühen Zeichnungen Kubins und den kommerziellen Karikaturen Feiningers zeichnet die Ausstellung die weitere künstlerische Entwicklung Beider nach, die sich in der gemeinsamen Korrespondenz als „Seelenverwandte“ trafen. Bedingt durch die Wirren des Ersten Weltkriegs brach der Kontakt zwischen den beiden Künstlern 1914 weitgehend ab und wurde danach bis 1919 nur noch sporadisch fortgesetzt. Feininger wie Kubin hatten sich in ganz unterschiedliche Richtungen weiterentwickelt. Während für Kubin die Illustration von literarischen Werken (u.a. Die andere Seite. Ein phantastischer Roman- entstanden im Herbst 1908 aus einer Schaffenskrise heraus und 1909 mit 52 Illustrationen Kubins im Verlag G. Müller, München und Leipzig, veröffentlicht) ins Zentrum seines Schaffens rückte, hatte Feininger die Malerei für sich entdeckt, in der sich seine weitere künstlerische Entwicklung vollzog. Daher beinhaltet die Ausstellung eine Reihe von frühen Gemälden Feiningers, die dieses dokumentiert. Bei den Werken von Kubin kann die Ausstellung auf den hervorragenden Bestand der Albertina in Wien zurückgreifen. Die Ausstellung enthält auch die Zeichnungen, die beide Künstler miteinander tauschten und die sich heute in der Albertina Wien und im BuschReisinger Museum, Harvard University befinden.

In der kurzweiligen einstündigen Führung erhielten wir Einblicke in die Biographien und Werke der beiden Künstler. Alle Teilnehmer waren sich am Ende des Tages einig: Die Ausstellung lohnt einen Besuch, alle hatten viel Spaß und werden 2017 wieder bei den Internationalen Tagen dabei sein.

Die Ausstellung selbst kann in Ingelheim noch bis 2. August 2015 besucht werden. Danach macht sie in Wien Station, vielleicht eine Option für alle Urlauber in den Ferien?

Beate Hill